Die Digitalisierung der Flugsicherung geht weit über einzelne Softwarelösungen hinaus. Mit TowerX verfolgt die österreichische Frequentis AG einen Plattformansatz, der Flugdaten, Überwachung, Visualisierung und operative Prozesse innerhalb einer gemeinsamen Architektur zusammenführt. Damit schafft der Konzern die Voraussetzungen für die nächste Generation der Flugverkehrskontrolle.
Moderne zivile und militärische Flugsicherungen stehen gleichermaßen vor der Herausforderung, komplexe Luftverkehrslagen sicher, flexibel und cyberresistent zu steuern. Vor diesem Hintergrund gewinnen digitale Tower-Plattformen an strategischer Bedeutung. Mit TowerX entwickelt Frequentis eine integrierte Architektur, die klassische Kontrolltürme, Remote-Tower-Konzepte und zukünftige Automatisierungslösungen auf einer gemeinsamen technologischen Grundlage vereint. Damit adressiert das Unternehmen nicht nur die Anforderungen ziviler Flughäfen, sondern auch den wachsenden Bedarf an skalierbaren und resilienten Flugsicherungssystemen im Verteidigungsumfeld.
Mit TowerX verfolgt der österreichische Technologiekonzern Frequentis AG (ISIN: ATFREQUENT09; WKN: A2PHG5) einen Ansatz, der über klassische Tower-Modernisierungen hinausgeht. In dessen Mittelpunkt steht eine gemeinsame digitale Plattform, die unterschiedliche Funktionen der Flugverkehrskontrolle in einer einheitlichen Architektur zusammenführt.
Von isolierten Anwendungen zur integrierten Plattform
Über Jahrzehnte hinweg wurden neue Systeme in Kontrolltürmen häufig schrittweise ergänzt. Flugplandaten, Wetterinformationen, Kamerasysteme oder Vorfeldmanagement liefen oftmals auf separaten technischen Plattformen und wurden unabhängig voneinander betrieben. Das führte zu komplexen IT-Landschaften mit zahlreichen Schnittstellen, unterschiedlichen Softwareständen und erhöhtem Wartungsaufwand.
TowerX verfolgt einen anderen Ansatz. Die Plattform basiert auf einer serviceorientierten Architektur, bei der einzelne Funktionen als miteinander vernetzte Dienste bereitgestellt werden. Dadurch können Informationen zwischen den verschiedenen Anwendungen automatisiert ausgetauscht werden, ohne dass redundante Dateneingaben oder manuelle Abstimmungen erforderlich sind. Für Fluglotsen entsteht daraus ein einheitliches Arbeitsumfeld, während die Betreiber von Flugsicherungsinfrastrukturen von einer konsolidierten technischen Plattform profitieren.
MosaiX als digitale Integrations-Plattform
MosaiX ist die digitale Plattform auf der die einzelnen TowerX-Module / Produkte aufsetzen. Dabei dient MosaiX als gemeinsame technologische Basis für unterschiedliche Anwendungen innerhalb der Flugsicherung und ermöglicht eine standardisierte Bereitstellung von Softwarediensten.
Durch diesen Ansatz lassen sich neue Funktionen schrittweise integrieren, ohne bestehende Betriebsabläufe grundlegend verändern zu müssen. Gleichzeitig profitieren Betreiber von einer zentralen Verwaltung der Systemkomponenten sowie von standardisierten Schnittstellen zwischen den einzelnen Anwendungen. Die Plattformarchitektur unterstützt darüber hinaus die Virtualisierung von Diensten und ermöglicht eine flexible Verteilung von Ressourcen innerhalb moderner Rechenzentren.
Die integrierte Controller Working Position
Ein zentrales Element von TowerX ist die sogenannte Integrated Controller Working Position (iCWP). Dabei handelt es sich um einen vollständig integrierten Lotsenarbeitsplatz, auf dem unterschiedliche Informationsquellen innerhalb einer gemeinsamen Benutzeroberfläche zusammengeführt werden.
Statt zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln zu müssen, erhalten Fluglotsen Zugriff auf Flugdaten, Überwachungsinformationen, Videobilder, Routing-Funktionen sowie weitere operative Informationen innerhalb eines konsolidierten Arbeitsumfelds.
Dadurch können Arbeitsabläufe standardisiert und das Lageverständnis (Situational Awareness) verbessert werden. Gleichzeitig wird die Grundlage geschaffen, um zukünftige Automatisierungsfunktionen in bestehende Betriebsprozesse einzubinden.
Remote Tower als nächster Entwicklungsschritt
Die zunehmende Verlagerung von Tower-Funktionen in digitale Umgebungen eröffnet neue Möglichkeiten für die Organisation des Flugverkehrs. Remote-Tower-Konzepte ermöglichen es, mehrere Flughäfen von einem zentralen Standort aus zu überwachen und zu steuern.
TowerX wurde von Beginn an für solche Betriebsmodelle konzipiert. Die Produkt-Plattform kann sowohl in klassischen Kontrolltürmen als auch in zentralisierten Kontrollzentren eingesetzt werden. Dadurch erhalten Flugsicherungsorganisationen die Möglichkeit, bestehende Infrastrukturen schrittweise zu modernisieren und gleichzeitig neue Betriebsmodelle zu realisieren. Besonders für Regionalflughäfen mit begrenztem Verkehrsaufkommen eröffnet dies Potenziale zur effizienteren Nutzung personeller und technischer Ressourcen.
Cybersecurity und Skalierbarkeit im Fokus
Mit der zunehmenden Vernetzung kritischer Infrastrukturen wächst auch die Bedeutung von Cybersecurity. Moderne Flugsicherungssysteme müssen nicht nur hochverfügbar, sondern gleichzeitig gegen Cyberangriffe und Systemausfälle abgesichert sein.
Die einheitliche Architektur von TowerX unterstützt Betreiber dabei, Sicherheitsrichtlinien konsistent umzusetzen und Softwarestände zentral zu verwalten. Darüber hinaus erleichtert die Standardisierung die Einhaltung regulatorischer Anforderungen, die weltweit zunehmend verschärft werden.
Gleichzeitig ermöglicht die modulare Plattformarchitektur eine flexible Skalierung. Neue Funktionen können integriert werden, ohne die gesamte Infrastruktur austauschen zu müssen. Dadurch bleibt die Plattform auch für zukünftige Anforderungen im Bereich Digitalisierung und Automatisierung erweiterbar.
Die Plattform wird zum eigentlichen Produkt
Die Entwicklung in der Flugsicherung zeigt einen grundlegenden Wandel. Während früher einzelne Anwendungen im Mittelpunkt standen, gewinnen heute integrierte Plattformen an Bedeutung. Mit TowerX verfolgt Frequentis einen Ansatz, der Daten, Anwendungen und Betriebsprozesse innerhalb einer gemeinsamen Architektur zusammenführt.
Für Flugsicherungsorganisationen entsteht dadurch eine technische Grundlage, die sowohl klassische Tower-Betriebe als auch zukünftige Remote-Tower- und Automatisierungskonzepte unterstützen kann. Die eigentliche Innovation liegt dabei weniger in einzelnen Funktionen als in der Fähigkeit, sämtliche Komponenten zu einem durchgängigen digitalen Ökosystem zu verbinden.
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Frequentis AG
ISIN: ATFREQUENT09
Land: Österreich
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